Alois Karl Bundestagsabgeordneter für Amberg-Sulzbach-Neumarkt


Premiere für Besuchergruppe von Alois Karl in Berlin

Premiere für eine Besuchergruppe von Alois Karl in Berlin: Erstmals öffnete sich das Wirtschafts- und Handelsbüro Hongkongs für eine Besuchergruppe eines Abgeordneten.
Erstmals öffnete das Wirtschafts- und Handelsbüro Hongkong in Berlin seine Räume für eine Besuchergruppe eines Abgeordneten

Berlin. Ein besonderes Erlebnis konnte Bundestagsabgeordneter Alois Karl den Gästen seines Wahlkreises bei einer Berlinfahrt bieten: Erstmals öffnete das Wirtschafts- und Handelsbüro Hongkong seine Räume für eine Besuchergruppe eines Abgeordneten. Das Büro in Berlin ist neben Deutschland noch für sieben weitere mittel- und osteuropäische Staaten zuständig. Der Direktor der Repräsentanz Ivan Lee betreute die Gruppe unter Leitung von Alois Karl persönlich. Nach einer kurzen Begrüßung des Hausherrn konnten sich die Besucher zunächst mit einem Kurzfilm einen ersten Eindruck der ehemaligen britischen Kronkolonie verschaffen. Dann informierte Direktor Lee in einem mehr als halbstündigen Vortrag darüber, wie Hongkong seine heutige Funktion als Tor Chinas zur Welt wahrnimmt. Nach einer kurzen Diskussion dankte MdB Alois Karl den Gastgeber für die interessanten Fakten und Einschätzungen mit einer Flasche Frankenwein.

In seinem Vortrag erläuterte Ivan Lee den Besuchern um Alois Karl die Besonderheiten Hongkongs. Seit 1997 gehört die ehemalige britische Kronkolonie wieder zur Volksrepublik China. Das außergewöhnliche an Hongkong sei, dass man jedoch weiterhin das Wirtschafts- und Rechtssystems aus der britischen Mandatszeit fortführe. Hongkong sei heute eine Sonderverwaltungszone, die über ein Freihandelsabkommen mit China Firmen einen Zugang zum chinesischen Binnenmarkt biete. „Wir bieten diesen Firmen bei uns über die Fortführung des `common law´ ein hohes Maß an Rechtssicherheit mittels einer unabhängigen Justiz. Bei uns gibt es ein einfaches Steuersystem. Die Höchstsätze für Personen (Einkommensteuer) liegen bei 15 Prozent, die Höchstsätze für Unternehmen (Körperschaftssteuer) liegen bei 16,5 Prozent. Wir haben mit dem Hongkong-Dollar eine Währung, die frei handelbar ist und keinen Beschränkungen unterliegt. Es gibt in Hongkong auch keine Zensur und ein hohes Maß an einer Selbstverwaltung, die demokratisch kontrolliert wird. Zugleich haben die Unternehmen bereits nach 2 Jahren in Hongkong den vollen Zugang zu China gemäß unserem Freihandelsabkommen“, berichtete Direktor Lee den Gästen.

Anschließend informierte Direktor Lee über zahlreiche Fakten zu Hongkong, die von den Warenströmen, über eine steigende Zahl an Touristen bis hin zur überraschenden Information reichte, dass Hongkong trotz der sehr dichten Besiedlung 40 Prozent seiner Fläche für Parks und Grünflächen reserviert.

In der anschließenden Diskussion stellte Alois Karl einen Vergleich zwischen dem Wahlkreis und Hongkong her. Mit 1.100 qkm Fläche sei Hongkong kleiner als der Landkreis Neumarkt oder der Landkreis Amberg-Sulzbach. Mit rund 7,5 Millionen Menschen sei Honkong jedoch deutlich besiedelter. „Tief beeindruckt haben mich das Steuersystem und auch die Steuersätze in Hongkong. Deshalb überrascht es mich nicht, dass auch viele Firmen aus unserer Region in Hongkong präsent sind und mittlerweile mehr als 1.100 Deutsche dauerhaft in Hongkong leben. Mit dem Goethe-Institut und der deutsch-schweizerischen Schule, die zu den besten internationalen der Welt gehört, investieren wir als Deutschland gezielt in Hongkong“, erläuterte Alois Karl, der im Haushaltsausschuss des Bundestages den entsprechenden Etat des Ausministeriums betreut.

„Die Zahlen zur Wirtschaftstärke Hongkongs sind beindruckend. Jedoch gehört auch unsere Region zu den Aufsteigerregionen in Deutschland. So liegt in Neumarkt die Arbeitslosenquote mit unter 3 Prozent sogar noch niedriger als die Hongkonger Quote von 4,6 Prozent“, merkte Alois Karl schmunzelnd an. „In weiten Teilen meines Wahlkreises herrscht nahezu Vollbeschäftigung. Besonders freut mich, dass gerade für junge Menschen eine ausreichende Zahl an Ausbildungsplätzen gibt. Aktuell sind im Wahlkreis mehr Ausbildungsplätze unbesetzt, als es noch unversorgte Lehrstellensuchende gibt.“

Nach dem Vortrag von Direktor Ivan Lee (l.) beantwortete er zusammen mit MdB Alois Karl die Frage der Neumarkter Besuchergruppe.

Weitere Fakten zu Hongkong:

1997 wurde Hongkong nach über 150-jähriger Kolonialzeit von Großbritannien wieder an China zurückgegeben. Im Rahmen der Verhandlungen hat sich China verpflichtet, dass Hongkong mindestens bis 2047 eine unabhängige, freiheitliche und marktwirtschaftliche Grundordnung hat. Dies ist in der Doktrin „Ein Land – zwei Systeme“ festgelegt. Es gibt ein 70-köpfiges Parlament und ein Grundgesetz, das beispielsweise das Recht auf Meinungsfreiheit, auf Freizügigkeit, auf Gleichheit vor dem Gesetz und Zugang zum Justizsystem garantiert. Die Korruption ist vergleichsweise gering (unter den 15 Länder mit der geringsten Korruption lt. entsprechenden Index). Hongkong hat mit dem Hongkong-Dollar eine eigene Währung. Es ist eine Sonderwirtschaftszone, die weitgehende Rechte außerhalb der Verteidigungs- und Außenpolitik hat. Hongkong ist beispielsweise eigenständiges Mitglied der Welthandelsorganisation WTO oder ist dem Welthandelsabkommen GATT selbst beigetreten. Hongkong verfügt einen gut ausgebauten Hafen, von dem nicht nur in alle Welt exportiert wird, sondern über den auch viele Importe nach China abgewickelt werden. Beispielsweise ist Hongkong der weltweit größte Handelsplatz für Wein. Die Börse gehört als 2. größte Asiens zu den sechst größten Börsen weltweit nach Marktkapitalisierung.

Unter den rund 7,5 Millionen Einwohnern Hongkongs sind rund 350.000 Ausländer. Es herrscht offiziell Zweisprachigkeit (Chinesisch und Englisch). Mehr als 300 deutsche Firmen sind in Honkong vertreten. Viele von ihnen haben dort ihr Regionalbüro für Ostasien.

Das Goethe-Institut in Hongkong besteht seit 1963 und feiert im letzten Jahr sein 50-jähriges Jubiläum. Es genießt vor Ort einen sehr guten Ruf. Die deutsch-schweizerische Schule gehört zu den besten internationalen Schulen weltweit. Viele Bürger würden dort gerne ihre Kinder unterrichten lassen, so dass dort lange Wartelisten bestehen.