MdB Alois Karl nahm am Rollentausch-Aktionstag teil
Amberg / Hirschau (30. April 2010) – Wie ist es wirklich, stundenlang in der ambulanten Pflege von Patient zu Patient zu eilen, die Uhr und die Vorschriften im Nacken? Wie schafft man es, sich um die Menschen ausreichend zu kümmern und gleichzeitig die umfangreiche Pflegedokumentation auszufüllen? Diesen Fragen ist MdB Alois Karl im Zuge der Aktion „Rollentausch“ nachgegangen. Der CSU-Politiker wollte erfahren, wie die soziale Arbeit in den Einrichtungen und Diensten der Caritas Amberg-Sulzbach aussieht. Er war von Caritas-Geschäftsführer Alfons Kurz zu diesem „Erlebnistag“ eingeladen worden.
Deshalb besuchte MdB Karl zunächst die Caritas-Sozialstation Hirschau, wo er bei einem Rundgang mit pflegebedürftigen Menschen und pflegenden Angehörigen ins Gespräch kam. Anschließend informierte ihn Pflegedienstleiter Alexander Banzer über die Pflegedokumentation mit den Leistungsnachweisen für die Kranken- beziehungsweise Pflegekassen.
Auch Günther Koller, der Leiter der beiden Caritas-Altenheime in Amberg, konfrontierte den Bundestagsabgeordneten mit einem „bürokratischen Monster“, nämlich dem so genannten Heimvertrag. Er regelt die Aufnahme in ein Altenheim, Pflegeheim oder ein Behindertenwohnheim. Bis zum Jahr 2000 sei man mit vier Seiten ausgekommen. Dann sei der Umfang des Vertragswerk stetig angewachsen. „Seit Jahresbeginn hat der Heimvertrag nun 26 Seiten“, klagte Koller. Denn dazu kämen auch noch rund 70 Seiten Anlagen. Durch einen solchen Heimvertrag kämpfte sich dann MdB Karl gemeinsam mit Petra Däs. Sie ist in der Verwaltung des Altenheims zuständig für die Heimaufnahmen und simulierte ein Aufnahmegespräch, das durchschnittlich zwei Stunden Zeitaufwand in Anspruch nehme.
„Als das Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz am 1. Oktober 2009 in Kraft getreten ist, sind die Auswirkungen offensichtlich nicht ausreichend bedacht worden“, stellte MdB Karl fest. „Es hat in der Tat zu deutlich mehr Bürokratie geführt.“ Der Bundestagsabgeordnete versprach, die Thematik mit MdB Dr. Ralf Brauksiepe, dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, und MdB Karl Schiewerling, dem Vorsitzenden der CDU/CSU-Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales, zu besprechen, um Verbesserungen zu erreichen.
MdB Alois Karl bedankte sich bei allen Beteiligten der beiden Einrichtungen für die „interessanten Erkenntnisse“. Er lobte das große Engagement und den persönlichen Einsatz der Mitarbeiter, welcher weit über ihre beruflichen Aufgaben hinausgehe.
Zum Hintergrund: Bei der Aktion „Rollentausch“, zu der die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer und die Wohlfahrtsverbände des „Forum Soziales Bayern“ zum vierten Mal aufgerufen haben, laden soziale Einrichtungen in Bayern prominente Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur ein. In Form einer Hospitation wird ihnen die Möglichkeit gegeben, soziale Arbeit in der Praxis kennenzulernen.
Foto: Pflegedienstleiter Alexander Banzer informierte MdB Alois Karl in der Caritas-Sozialstation Hirschau über die umfangreiche Pflegedokumentation.