MdB Alois Karl wirbt zusammen mit Landrat Reisinger bei Bahn-Chef Grube: „Strecke Hof-Regensburg durch Elektrifizierung dominant ausbauen“
Berlin (07. Juli 2011) – Auf Initiative des Neumarkter MdB Alois Karl hat am Mittwoch ein Gespräch mehrerer ostbayerischer CSU-Bundestagsabgeordneter sowie des Amberg-Sulzbacher Landrats Richard Reisinger mit Bahn-Chef Dr. Rüdiger Grube stattgefunden. Hinsichtlich des neuen Bundesverkehrswegeplans im Jahr 2015 sind sich örtliche Politik und Wirtschaft einig, dass künftig eine Elektrifizierung der Bahnstrecke Hof-Regensburg und eine leistungsfähige Schienenfernstrecke von Bayern nach Prag dringend notwendig ist. Dies soll im neuen Bundesverkehrswegeplan als vordringlicher Bedarf verankert werden.
Grund genug für Bundestagsabgeordneten Alois Karl, einen Gesprächstermin für Politiker und IHK-Vertretern aus der Oberpfalz mit dem Vorstandsvorsitzenden der DB AG, Dr. Rüdiger Grube, zu vereinbaren. Die Oberpfälzer, zu denen neben MdB Karl auch Landrat Richard Reisinger, MdB Karl Holmeier und MdB Peter Aumer gehörten, nutzten die Gelegenheit im Bahn-Tower am Potsdamer Platz das weitere Vorgehen für die allseits gewollte Elektrifizierung von Hof bis Weiden mit den Bahnchef abzustimmen und zugleich für eine Ost-West-Schienenverbindung von Nürnberg/München über die Oberpfalz nach Prag und Warschau zu werben.
„Wir sind uns mit der Bahnspitze einig, dass die Strecke Hof-Regensburg durch eine Elektrifizierung dominant ausgebaut muss“, so MdB Alois Karl. „Der Kosten-Nutzen-Faktor ist dreimal höher als das Mindestmaß. Die Oberpfalz würde dann als Logistikdrehscheibe zwischen den Seehäfen und dem gesamten süddeutschen und böhmischen Raum nachhaltig gestärkt, wie es die A6 und die A93 im Bereich Straßenverkehr es bereits heute leisten. Deshalb haben wir uns heute darauf verständigt, dass wir mit Nachdruck für die Aufnahme der Strecke Hof-Regensburg in den vordringlichen Bedarf kämpfen werden“, kündigte MdB Alois Karl an.
Zudem könne auf diese Weise der Bahnknoten Schwandorf gestärkt werden. Schon heute würden die Tschechen eine Verbindung Prag nach München über Furth-Cham-Schwandorf-Regensburg als Ost-West-Trasse bevorzugen. Leider sei in einer früheren Kosten-Nutzen-Bewertung keinen hohen Faktor für diese so genannte Donau-Moldaubahn angenommen worden. MdB Alois Karl und Landrat Richard Reisinger haben deshalb beim Gespräch in Berlin vorgeschlagen, auch einen Ausbau der Bahnstrecke Nürnberg-Prag über Amberg in diese Kosten-Nutzen-Bewertung einzubeziehen. „Dafür wäre nur noch ein Ausbau der Strecke zwischen Hartmannshof-Amberg-Irrlohe erforderlich“, machten Richard Reisinger und Alois Karl deutlich.
Zugleich betonten sie, dass die Realisierung einer leistungsfähigen Schienenverbindung zwischen Bayern und Böhmen das gemeinsame Ziel für die Grenzregion sein müsse. Die aktuell im Verkehrswegeplan vorgesehene Trasse über Marktredwitz habe in den zurückliegenden 18 Jahren nicht realisiert werden können und die Signale stünden nicht gut, dass sich dies ändere. Deshalb müsste sich die gesamte Region auf eine Trasse einigen, die im Zusammenspiel mit den Tschechen möglichst zeitnah realisiert werden kann. Selbst wenn diese Entscheidung einer Trasse Nürnberg-Amberg bzw. München-Regensburg weiter über Schwandorf-Cham-Furth-Pilsen-Prag jetzt auf den Weg gebracht werde, so werde es sicher noch etliche Jahre dauern, bis die gesamte Trasse komplett ausgebaut ist. Dennoch müsse man jetzt die Weichen richtig stellen und damit die künftige Entwicklungsfähigkeit der Region nachhaltig stärken.
„Als Basis hierfür ist eine neue Kosten-Nutzen-Bewertung der von uns favorisierten Trassen Nürnberg-Amberg bzw. München-Regensburg über Schwandorf-Cham-Furth-Prag bzw. Nürnberg-Marktredwitz-Eger-Prag, unter der Annahme das nur eine dieser Trassen ausgebaut wird, zu erstellen“, erläuterten Richard Reisinger und Alois Karl den nächsten Schritt. DB-Chef Dr. Rüdiger Grube habe zugesagt, dass sich die Bahn bei der Erstellung dieser Kosten-Nutzen-Bewertung gerne einbringen werde. Zudem habe er die Einschätzung vertreten, dass eine Realisierung dieser Ost-West-Verbindung dann möglichst zeitnah erfolgen könne, wenn sich die politisch Verantwortlichen auf eine Ost-West-Trasse einigen könnten.
Darüber hinaus wurde von den CSU-Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier und Peter Aumer die Anbindung Ostbayerns an den Flughafen München angesprochen und mit der DB-Spitze diskutiert, wie diese für die Region ebenfalls wichtige Maßnahme zügig realisiert werden kann.
„Wir oberpfälzer Bundes- und Kommunalpolitiker nehmen aus diesem Gespräch mit, dass von Seiten der Deutschen Bahn AG erkannt wurde, wie wichtig der Ausbau des oberpfälzer Schienennetzes ist. Hierfür werden wir uns weiterhin mit großem Nachdruck einsetzen“, betonten Alois Karl und Richard Reisinger nach dem rund einstündigen Gespräch mit Bahn-Chef Grube.