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„Visite“ von Johannes Singhammer und Alois Karl im Amberger Klinikum St. Marien

Amberg (14. Juli 2011) - Auf Vermittlung von MdB Alois Karl besuchte der stellvertretenden Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, MdB Johannes Singhammer, das Klinikum St. Marien in Amberg. Im Vordergrund des Gespräches mit den Verantwortlichen der Klinik sowie Bürgermeister Rudolf Maier für die Stadt Amberg und Bürgermeister Stefan Braun für die Kommunalunternehmen der Krankenhäuser des Landkreises Amberg-Sulzbach stand der Dialog, wie künftig eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung der Bürger gewährleistet werden kann.

Zunächst stellte Klinikdirektor Wilhelm Daller die verschiedenen Kooperationen von St. Marien mit den Krankenhäusern in Sulzbach-Rosenberg, Auerbach und Neumarkt sowie den Klinikverbund Nordoberpfalz vor. Ziele der Kooperationen seien eine höhere Wirtschaftlichkeit und der Erhalt wohnortnaher Versorgungsangebote. Von solchen Kooperationen profitierten sowohl die Patienten als auch die Kliniken durch ein höheres Leistungsniveau. Durch abgestimmte Konzepte, Gerätenutzungen und einen intensiven Know-how-Transfer komme man zu einer hohen medizinischen Ergebnisqualität. Zudem ermöglichten diese Kooperationen junge Ärzte durch ein breit gefächertes Weiterbildungsangebot für eine Tätigkeit im ländlichen Raum zu gewinnen.

Hier hakte MdB Johannes Singhammer ein. Derzeit befinde sich das Versorgungsgesetz in der Ressortabstimmung berichtete der für Gesundheit und Pflege zuständige Spitzenpolitiker. Diese Amberger Kooperationen sehe er mit großem Respekt und unterstütze er nachdrücklich, betonte der Unionspolitiker. Aber ebenso wichtig sei es, dass er aus diesem von Alois Karl vermittelten Gespräch die Sicht der Kliniken zum laufenden Vorhaben Versorgungsgesetz mit nach Berlin nehme. Ziel des Gesetzes sei eine gute Balance zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern zu finden, damit auch künftig im ländlichen Raum die Versorgung der Bürger wohnortnah möglich sei.

Wilhelm Daller berichtete von den Erfahrungen mit dem Medizinischen Versorgungszentrum am Klinikum und dem Unternehmen Gesundheit Oberpfalz Mitte (UGOM). Insgesamt kooperiere St. Marien erfolgreich mit über 100 niedergelassenen Ärzten, um für AOK-Versicherte eine integrierte Versorgung zu bieten. Wichtig sei aus seiner Sicht, dass es ein gutes Miteinander von Klinik und niedergelassenen Ärzten gebe.

Johannes Singhammer betonte, dass das Versorgungsgesetz durch eine bessere Verzahnung von ambulanten und stationären Bereich gerade die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum stärken wolle. Zugleich fragte er von den Praktikern nach, wie die Lage in der Region sei. Dabei wurde deutlich, dass schon jetzt in manchen Gegenden ein Mangel an niedergelassenen (Fach-)Ärzten abzeichne und auch für die dortigen Kliniken eine Herausforderung werden wird. Wenn gerade wenn dann in kleinen Häusern keine Belegärzte mehr praktizierten, müssten die Krankenhäuser andere Wege finden, um diese wohnortnahe fachärztliche Versorgung zu schließen.

Diese Herausforderung sei umso größer, als es inzwischen schwierig sei ausreichend junge Ärzte für die Häuser im ländlichen Raum zu finden. Dabei nähmen junge Ärzte lieber schwierige Arbeitsbedingungen in großen Kliniken in Kauf, bevor sie an Krankenhaus im ländlichen Raum gingen. Dabei biete das Klinikum in Amberg deutlich bessere Arbeitsbedingungen für Ärzte, was Schichtdienste oder Arbeitszeit angehe, als Häuser in den Ballungszentren, berichteten die anwesenden Ärzte von St. Marien übereinstimmend.

Mit dem Versorgungsgesetz greife der Gesetzgeber diese Problematik auf. Jedoch setze es vorrangig bei den niedergelassenen Ärzten an. Ebenso wichtig sei es, dass man bereits junge Ärzte an Kliniken im ländlichen Raum hole. Viele von ihnen würden sich später in der Nähe des jeweiligen Hauses als Fachärzte niederlassen, waren die Klinikchefs überzeugt.

Johannes Singhammer und Alois Karl sagten zu, diesen Ansatz künftig mit in ihre Arbeit einzubringen. Zugleich sei es wichtig, den Arztberuf wieder attraktiver zu machen. Bewusst wollten die Politiker nicht zusagen, dass hierfür die Kliniken künftig massiv mehr Geld erhalten würden. „Aber wir wissen doch alle: Jeder, der Arzt wird, will helfen und nicht Bürokrat werden“, sagte Johannes Singhammer. Hier setze die Union an und wolle klare Fortschritte beim Bürokratieabbau erzielen. Deshalb lud er die Anwesenden ein, ihm konkrete Vorschläge aus der Praxis zu machen, wie auf unnötige Bürokratie verzichtet werden könne.


Unser Foto entstand am Caritas-Altenheim in der Amberger Friedlandstraße. Es zeigt von links MdB Singhammer, Heimleiter Hiemer, Günther Koller, den Vorsitzenden des Caritasverbandes Amberg-Sulzbach, Peter Schlögel, und MdB Alois Karl.

Foto: Harald Frank