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Frühe Sprach-Integration wird vom Bund gefördert: MdB Alois Karl besucht zusammen mit Velburgs Bürgermeister Bernhard Kraus den Kindergarten "Rappelkiste"

Velburg (03. August 2011) – Mit dem Programm „Frühe Chancen – Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration“ trägt der Bund dazu bei, dass Kinder bereits mit guter Sprachkompetenz eingeschult werden können. Eine dieser Schwerpunkt-Kitas ist der Velburger Kindergarten „Rappelkiste“, den Bundestagsabgeordneter Alois Karl und Bürgermeister Bernhard Kraus besuchten. Die Leiterin des städtischen Kindergartens, Manuela Donauer, und die Fachkraft für Sprachförderung, Nathalie Sheffield, stellten den Besuchern vor, wie die gezielte Sprachförderung der Kinder in ihrer Einrichtung erfolgt.

„Zusätzlich zu den vier Milliarden Euro für den Ausbau der Kinderbetreuung stellt der Bund noch einmal 400 Millionen Euro zusätzliche Mittel für eine Optimierung der Sprachförderung zur Verfügung“, erläuterte MdB Alois Karl. „Damit wollen wir erreichen, dass Kinder bereits bei der Einschulung ein Sprachniveau erreicht haben, das ihnen alle Chancen in unserem Bildungssystem eröffnet.“

Insgesamt werden bundesweit 4.000 Einrichtungen zu Schwerpunkteinrichtungen „Sprache und Integration“ ausgewählt. Die Träger erhalten pro Jahr 25.000 Euro für eine Halbtagesstelle. Damit soll eine Fachkraft für Sprachförderung beschäftigt werden, die ein maßgeschneidertes Konzept für die jeweilige Einrichtung entwickelt und auf dem Weg bringt, damit möglichst viele Kinder einen erfolgreichen Start an der Grundschule haben. „Im Wahlkreis starteten bereits heuer acht Einrichtungen in diesem Programm, eine davon ist der Kindergarten Rappelkiste. „Dies freut mich für die Stadt und ist Anlass, mich hier mit dem Bürgermeister zu informieren“, sagte MdB Karl weiter.

Bürgermeister Bernhard Kraus betonte den hohen Stellenwert, den der Kinder- und Jugendbereich in Velburg genießt. Die Stadt habe erfolgreich versucht, nahezu alle Fördermaßnahmen in Velburg anzusiedeln. Hinsichtlich dieses Programms habe die Stadt darauf reagiert, dass rund 500 bis 600 Bürger mit USA-Bezug in der Gemeinde wohnten. „Viele Kinder aus diesen Familien besuchen unseren städtischen Kindergarten. Deshalb haben wir zum einen bis 2013 immerhin 750.000 Euro in den Ausbau der Kinderkrippenbetreuung und die energetische Sanierung dieses Bestandsgebäudes in der Velburger Innenstadt eingeplant. Dies können wir nur schultern, da wir mit einer Förderquote von 70 Prozent durch Bund und Bayern rechnen. Zum anderen bietet das Bundesprogramm ‚Frühe Chancen‘ uns nun die Möglichkeit im Kindergartenalltag Kindern aus Familien mit Sprachdefiziten noch gezielter wichtige Hilfen zu geben.“

Kindergartenleiterin Manuela Donauer belegte den Förderbedarf mit aktuellen Fakten. In der „Rappelkiste“, die auch für unter Dreijährige geöffnet ist, betreuen elf Fachkräfte und zwei Praktikantinnen aktuell 56 Kinder, von denen 42 Prozent Migrationshintergrund – vorwiegend US-Bezug – haben. Besonders stellte sie heraus, dass durch die vergleichsweise langen Öffnungszeiten möglich sei, Kindern einen intensiven Austausch mit Betreuerinnen und anderen Kindern zu ermöglichen. Dennoch musste sie berichten, dass es bereits in der Vergangenheit nicht immer gelungen sei, allen Kindern das erforderliche Sprachniveau bis zur Einschulung zu vermitteln.

Hier setzt das Programm „Frühe Chancen“ an, berichtete Nathalie Sheffield, die seit 1. April 2011 für Sprache und Integration in der „Rappelkiste“ zuständig ist. Zunächst habe sie den Ist-Zustand an dieser Einrichtung analysiert und eine individuelle Konzeption erarbeitet, wie der Sprachstand der Kinder auch bei Migrationshintergrund oder anderen Problematiken auf ein gutes Niveau gebracht werden könne. Diese Konzeption werde jetzt in Abstimmung mit dem Personal durchgearbeitet. „Wichtig ist, dass bei einem solchen Prozess die pädagogischen Realitäten vor Ort einbezogen werden. Schließlich soll das Personal nach drei Jahren selbstständig dieses gemeinsame und auf jede Einrichtung abgestimmte Konzept fortführen und den Eltern auch kompetent Fragen beantworten können“, machte Sheffield deutlich. Deshalb werde man überprüfbare Zielvereinbarungen mit den Erziehern schließen, auf welches Mindestniveau die Kinder herangeführt werden sollen und nach drei Monaten gemeinsam prüfen, wie erfolgreich die Ansätze waren und umgesetzt wurden.

Hier setzt Sheffield vor allem auf eine Konzept des Lernen mit allen Sinnen, da nachweisbar sei, dass Kinder doppelt so schnell und mit mehr Freude lernten, wenn beispielsweise Worte mit Musik kombiniert würden. Damit bei möglichen Schwachstellen besonders intensiv reagiert werden könne, sei die Basis eine frühzeitige und einheitliche Feststellung des Sprachstandes jedes Kindes. Deshalb sei es gut, dass im Rahmen des Programms auch eine Kamera und zusätzliche EDV-Geräte angeschafft worden seien. „Hier können wir Entwicklungen dokumentieren und gegebenenfalls auch Eltern davon überzeugen, wenn gezielte Sprachförderung notwendig sein sollte“, sagte Sheffield. Und hier überzeugten manchmal Bilder die Eltern weit mehr, als noch so fundierte schriftlichen Ausarbeitungen und Diskussionen.

Bürgermeister Bernhard Kraus, Bundestagsabgeordneter Alois Karl waren sich mit Manuela Donauer und Nathalie Sheffield einig, dass diese 400 Millionen Euro des Bundes gut investiert werden. Das Programm greife bereits frühzeitig ein Problem bei vielen Kindern auf und ermögliche es den Einrichtungen mit ihren Trägern angemessen und zielgenaue Hilfen zu bieten.

„Ich gratuliere der Stadt Velburg dazu, dass sie auch mit Hilfe dieses Konzeptes an der ‚Rappelkiste‘ auf einen so guten Weg ist, den Kindern das für eine erfolgreiche Einschulung unverzichtbare Sprachniveau gemeinsam mit den Familien zu vermitteln. Denn Sprache ist und bleibt der wichtige Schlüssel zu einer gelungenen Integration, die wir weiter voranbringen wollen“, zeigte sich Alois Karl vom Ergebnis dieses Besuch angetan.


Unser Foto:
Nathalie Sheffield (rechts) und Manuela Donauer (Zweite von rechts) erläuterten im Kindergarten „Rappelkiste“ in Velburg MdB Alois Karl und Bürgermeister Bernhard Kraus die Umsetzung des Programms „Frühe Chancen“.